Der Bau einer Belagerungswaffe (im Modell)

Zur Auswahl standen nun zum einen der Tribok, welcher mit Hilfe eines Fallgewichts eine Kugel schleudert. Weiterhin der Onager, ein Katapult, das durch Torsion angetrieben, mit einem Wurfarm Steine verschießt. Letztendlich die Ballista (auch Scorpio oder Cheiroballista genannt), die an eine überdimensionale Armbrust erinnert, jedoch auch auf dem Prinzip der Torsion beruht und Pfeile als Geschosse benutzt.
Wir entschieden uns für die Ballista. Der Tribok entwickelt auch als Modell sehr große „Durchschlagskraft“ und eignet sich daher zum Testen nicht besonders gut. Bei der Wahl zwischen Onager und Ballista entschieden dann hauptsächlich ästhetische Gründe.

Hierauf folgte die Planungsphase. Aus dem Internet stand zwar ein Plan zur Verfügung, der jedoch wegen fehlenden handwerklichen Geschicks oder der verwendeten Materialien nicht uneingeschränkt durchführbar war. Angefangen von einfachen Handskizzen entstanden schließlich maßstabsgetreue Pläne der einzelnen Bauteile und eine genaue Kalkulation der benötigten Werkstoffe und Hilfsmittel.

Rahmen-Spannen.JPGAls Hauptmaterial stand von Anfang an Holz fest, dass in Form von Dachlatten, Bohlenbrettern und Rundhölzern verarbeitet wurde. Auch abgespielte Drumsticks bekamen noch eine ehrenvolle letzte Ruhestätte. So entstanden zunächst ein Rahmen zur Aufnahme der Wurfarme, ein Ständer und eine Schiene als Abschussvorrichtung. Bei der Arbeit machten wir auch von „unmittelalterlichem“ Werkzeug wie Stichsäge, Bohrmaschine und Fräse Gebrauch.

Wurfarm02.JPGIn zwei Gruppenstunde haben wir die beiden Wurfarme installiert und gespannt. Erste Versuche haben gezeigt, dass die Spannkraft unsere Erwartungen um einiges übertroffen hat. Die Maschine muss also schon jetzt mit der gebührenden Vorsicht bedient werden.
Als nächstes werden wir die einzelnen Teile zusammensetzen.

Zurzeit machen wir uns Gedanken um die Konzeption des Auslösers. Dieser muss im gespannten Zustand sehr große Kräfte aushalten, und vor Allem zuverlässig blockieren, um ein ungewolltes Abschießen des Geschosses zu verhindern. Andererseits sollte er sich aber auch leicht bedienen lassen und darf nicht verklemmen, wenn die Sehne eingehängt ist.
Es handelt sich um ein sehr interessantes Projekt, da die Maschine ausschließlich aus Holz und Hanfseilen besteht. Nur beim Auslöser kommt ein Drahtstift zum Einsatz. Man kann also durchaus behaupten, dass sie historisch möglich war, wenngleich die mittelalterlichen Originale weit ausgefeilter waren.

Rahmen03.JPGÄußerst verschiedene Fähigkeiten waren bei Planung und Durchführung gefragt: Genaues Zeichnen von Plänen aus unterschiedlichen Perspektiven und Schnitte durch die einzelnen Teile. Umgang mit verschiedensten Werkzeugen wie Hand- und Stichsäge, Feile, Stechbeitel und Bohrmaschine. Letztendlich, viel Mut zum Improvisieren und einfach mal drauflos Basteln, doch daran fehlt es uns mit Sicherheit nicht.

Andreas