Hier in Südafrika hat die Pfadfinderarbeit einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Da die Kinder und Jugendlichen hier unter anderen Lebensbedingungen aufwachsen, spielen die Pfadfinder eine wichtige Rolle bei der Bewältigung kleiner und großer Problematiken.
Aids ist ein großes Problem (über 30 % der Bevölkerung sind infiziert), weshalb dieses Thema in der Pfadfinderarbeit auch ein wichtigen Bestandteil ist. Fast alle der Kinder und Jugendlichen sind betroffen, da entweder Familienmitglieder infiziert oder bereits an HIV gestorben sind. Es ist nicht selten, dass die Gruppenleiter eine Art Elternersatz für einige Kinder sind. Die Pfadfinder helfen den Betroffenen also mit der schwierigen Situation umzugehen und bieten Halt und Geborgenheit.
Eine Pfadfindergruppe wird so manchmal für den Einzelnen zum Familienersatz.
Teilweise bringen die Gruppenleiter sogar etwas zu Essen mit in die Gruppenstunde,
weil die Kinder daheim nicht satt werden. Die Armut ist vor allem in den Townships
allgegenwärtig.
Pfadfinder sind hier auch eine Art „Tor zur Welt“, so floriert
beispielsweise der Austausch zwischen Deutschland und Südafrika immer mehr und
einige Pfadfinder haben so die Chance Einblicke in eine andere Kultur zu bekommen.
Aber auch mit England, den Niederlanden und den USA findet ein steter Austausch,
beispielsweise auf dem Sommercamp, statt.
Der Nachweis dieser Erfahrungen hilft den Pfadfindern hier auch bei der Arbeitssuche, die ein weiteres Alltagsproblem der Südafrikaner darstellt.