Ausgabe: Montag, 29.04.2002

Leben und Arbeit in der Gruppe üben

70 Jahre Pfadfinderschaft Sankt Georg am Untermain – Festgottesdienst

Aschaffenburg. »Kein Risiko – ein Abenteuer!« Unter diesem Motto präsentierte sich der Bezirk Untermain der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zu seinem 70-jährigen Bestehen am Samstag in Aschaffenburg. Im Mittelpunkt stand ein Festgottesdienst in der Stiftskirche.

800 Mitglieder zählt der DPSG-Bezirk Untermain, 170 ehrenamtliche Gruppenleiter betreuen die in zwölf Stämmen und einer Siedlung organisierten Pfadfinder. Sie feierten den Festgottesdienst zusammen mit Pfarrer Christoph Warmuth.

»Das Pfadfindersein gibt jungen Menschen die Möglichkeit, Leben und Arbeit in der Gruppe zu üben«, sagte Marcus Schuck als Vertreter des Diözesanvorstands. Hier könne man lernen, die Fähigkeiten eines jeden sinnvoll einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Ziel sei »kultiviertes zwischenmenschliches Verhalten«.

Regionaljugendseelsorger Peter Kees unterstrich das Abenteuerliche des Pfadfinderseins. Der DPSG-Bezirk Untermain orientiert seine Arbeit an vier Leitlinien: »Leben in Hoffnung, Wahrheit, tätiger Solidarität und Freiheit«. Die Pfadfinderschaft Sankt Georg ist also nicht nur ein Verband, der wöchentliche Gruppenstunden, Zeltlager und Wochenendaktionen anbietet, sondern zudem ein christlicher Zusammenschluss, der sich gegen Fremdenhass und Gewalt, für die Integration von Behinderten und den Umweltschutz einsetzt sowie durch internationale Begegnungen weltweit Partnerschaften und Freundschaften knüpft. In Lesung, Evangelium und Predigt wurde in der Stiftskirche der Gedanke aufgegriffen, aus Menschen als lebendigen Steinen das Haus Gottes zu bauen. Ein Haus, dessen Herz die Menschen sind, die am anderen entdecken können, was sie selbst sind, die in der DPSG neue Freunde finden und christlich ihr Leben erleben.

Für die Zukunft wünscht sich die DPSG engagierte Mitglieder, die Kraft und Innovation für die Jugendarbeit mitbringen und es schaffen, Mauern aus Intoleranz einzureißen.

Nach dem Festgottesdienst, der sowohl rückblickenden Dank als auch Bitten für die Zukunft zum Ausdruck brachte, gab es verschiedene Angebote für die Pfadfinder der unterschiedlichen Altersgruppen mit der Möglichkeit, im gemeinsamen Gespräch, Spiel und Erleben das Jubiläum zu feiern. fmb

Quelle: www.main-echo.de